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18.11.2011

Risikomanagement, Technologie & Tools

Holidaycheck vs. Fake-Bewertungen

Vor einigen Wochen habe ich als Fund der Woche über den WDR-Bericht zu Fake-Bewertungen auf Hotel-Bewertungsportalen geschrieben. Inzwischen hat Holidaycheck.de aus dieser Misere die Konsequenzen gezogen: Dort gibt es nun einen entsprechenden Stempel für Hotels, die erwiesenermaßen auf diese Weise bewertet wurden. Gefunden habe ich diese heute verfasste Meldung auf hotelling.net.

Ruft man auf dem Bewertungsportal beispielsweise das Hotel Minamark Beach Resort (Hurghada, Ägypten) auf, so schiebt sich vor die eigentliche Seite ein Warnhinweis, dass “nachweislich versucht [wurde], gefälschte Bewertungen für dieses Hotel abzugeben.” Dies geschehe zum Erhalt der Glaubwürdigkeit, und identifizierte Fälschungen würden nicht veröffentlicht. Denn, das hat nicht zuletzt der WDR-Bericht gezeigt, gefälschte Bewertungen haben sich inzwischen zu einem realen Glaubwürdigkeitsproblem für Holidaycheck und vergleichbare Angebote ausgewachsen.

Wie alle Bewertungsportale leben auch diese Angebote von ihrer Glaubwürdigkeit, davon dass der urlaubsreife und -freudige Internetuser erwartet, authentische Erfahrungsberichte von echten Hotelgästen zu lesen. Und nicht etwa Auftrags-Rufmorde bzw. Auftrags-Lobhudeleien. Dadurch ist ihr gesamtes Geschäftsmodell, gewissermaßen ihre Existenzgrundlage, angekratzt worden. Nur zu verständlich also, dass sie dem Missbrauch einen Riegel vorschieben wollen.

Doch wie funktioniert das Ganze? Bei Holidaycheck werden die eingehenden Bewertungen sowohl durch Software als auch durch Menschen begutachtet. Erscheint eine Bewertung zweifelhaft, wird das entsprechende Hotel kontaktiert. Bleibt eine Antwort aus, droht der Stempel. Das Hotel muss dann aktiv werden, um das Kainsmal zu verhindern. Zusätzlich vertraut Holidaycheck auf seine Nutzer: Schöpfen diese Verdacht, sind sie aufgerufen, die betreffenden Kommentare zu melden.

Das hört sich vielversprechend an. Das findet übrigens auch die Stiftung Warentest. Auf jeden Fall ist es ein großer Schritt für die Hotel-Bewertungsportale, verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen. Wie effektiv diese Maßnahme ist, muss sich erst noch zeigen. Auch bleiben Zweifel bestehen, denn bisher ist schon eine unbekannte, aber nicht unbedeutende Zahl an Fakes durch das Suchraster gerutscht. Jedenfalls ist es wünschenswert für alle Bewertungsportale, dass sie ein mehrstufiges Kontrollsystem zur Qualitätswahrung einführen. Denn: Qualität meint in hier Authentizität. Nicht nur, aber zu einem großen Teil.

Kommentar

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Kommentare

19.11.2011

Die Reputation der Reputation: Holidaycheck geht gegen gefälschte Bewertungen vor | Eric Horster

[...] dass das konkurrierende Haus abgestraft wird. Aber offensichtlich gibt Holidaycheck hier den Hoteliers die Möglichkeit zu reagieren, bevor eine Abstrafung [...]

26.02.2012

Der Fall OCZ: Reputation-Management ist Chefsache « Reputation Management Blog

[...] Die zweite „Entlastung“: Nicht wenige Kommentatoren schreiben, dass das ja sowieso alle machten und der enge Wettbewerb den Anbietern ja auch kaum eine Wahl lasse. Dieser Punkt sollte insbesondere den Betreibern von Bewertungsportalen Sorge bereiten und sie zu glaubwürdigen Gegenmaßnamen greifen lassen (siehe auch: Holidaycheck vs. Fake-Bewertungen). [...]

20.08.2012

ein Leser

ich habe folgenden erfahrungsbericht auf meinem blog veröffentlicht:
http://shadownlight.blogspot.de/2012/08/gekaufte-und-manipulierte-bewertungen.html
holidaycheck hat sich auch schon dazu geäußert. ich bin sehr gespannt wie es weiter geht, auch wenn ich der meinung bin, dass es im sande verläuft. lg

24.08.2012

Ein unmoralisches Angebot « Reputation Management Blog

[...] dieser Woche fand ich einen neuen Kommentar zu einem alten Blogartikel (Holidaycheck vs. Fake-Bewertungen). Die Bloggerin Shadow’n'Light verlinkte dort auf ihr Blog, wo sie von einem unmoralischen [...]

19.06.2013

T. H.

Wir sind Betreiber einer ganz neuen Plattform für Händlerbewertungen. Angebunden an eine Community.

Wir sehen das Problem von gefälschten Bewertungen ebenso kritisch wie im Bericht geschrieben.

Man kann hier wirklich nur an die Vernunft und den Anstand appelieren solches zu unterlassen, am Ende kommt es dennoch auf wenn gefälschte Bewertungen geschrieben wurden.

Wir selbst versuchen alle falschen Bewertungen herauszu filtern indem unsere Mitarbeiter diese komplett durchlesen. Und sollte es hier zu unstimmigkeiten kommen wird der Händler bzw. der Bewerter benachrichtigt.

Grüße Thomas http://www.Trusted-Deals.com

Autor

Mirko Strauchmann
Mirko Strauchmann
...gräbt und wühlt am liebsten in den Tiefen des Internet. Klar, schließlich hat er Geschichte und Archäologie studiert. Und die Germanistik lässt er als Reputation Blogger sprechen. Darum analysiert der Musikliebhaber, der bei jedem Wetter mit Rad zur Arbeit fährt, bei New Communication als Reputation und Research Agent, was die Leute so im Netz über Marken schreiben oder was die Marktforschung hergibt.
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