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05.10.2012

Praxisbeispiele, Wie man es nicht macht

Wer suchet, der findet!

Inkasso. “Abzocke”, “Verbrecherbande”, “Mafia” und so weiter, das sind beliebte Worte von Inkasso-Betroffenen gegen die Eintreiber der – berechtigten oder unberechtigten – Zahlungsrückstände. Ein solcher ist der Youtube-Nutzer “Speichencowboy”. Der hat den Nationalfeiertag genutzt, ein entsprechendes Video auf der Sharing-Plattform hochzuladen.

Leider gibt es sogut wie keine Informationen, was denn eigentlich vorgefallen ist. Video und Schreiben, das anonymisiert upgeloadet wurde und verlinkt ist, lassen darauf schließen, dass der Empfänger einer Videothek Überziehungsgebühren für etwas Geliehenes schuldig geblieben ist. Interessant wird der nächste Absatz der Beschreibung des Videos. Dort steht: “Der Kopf der Verbrecherbande:” und gennat wird eine Wuppertaler Anwältin. Im Video selbst sehen wir dann die Aufforderung: “Zahlen Sie nichts!!! Stellen Sie gegen beide Strafantrag”. Der Rat, damit postwendend zum Staatsanwalt zu gehen, wird dann auch in Foren gegeben.

Darüber gestolpert, habe ich ein wenig nachgeforscht und einige aufschlussreiche Beiträge im Netz gefunden. In einigen Foren, z.B. bei Gulli oder im Erwerbslosen-Forum, fand die offenbar feste Kooperation zwischen Inkassobüro und Anwältin mehrfach Erwähnung. Und das nicht in positiver Weise. Da heißt es im elo-Forum unter anderem: “Für mich riecht das nach einer (nicht neuen) Betrugsmasche. Das ist Massenpost, nix weiter.” oder bezüglich der Anwältin bei Gulli: “Im Internet findet man übrigens genug über die Frau, da gibt es keine Zweifel mehr das diese versucht Leute zu verängstigen.”

Auch auf der großen Q&A-Instanz Gutefrage.net war das Duo Thema. Dort kann man zwar auch häufig lesen, dass solche Forderungen ja nicht von ungefähr kämen. Genauso finden sich aber immer wieder die Warner, die “Abzocke” und “Betrug” rufen. Das sind auch Stichworte, die bei Google gleich vorgeschlagen werden, sobald man nach “Inkasso Becker” oder der Rechtsanwältin “Claudia Wendel” sucht. Es handele sich nämlich um Massenanschreiben oder längst verjährte Ansprüche, wird immer wieder behauptet.

Ein anderer Punkt, der mehrfach geäußert wird, ist das Fehlen jeglicher Manieren, welche die Angeschriebenen vermissten. Stattdessen werde man barsch abgebügelt oder gar beschimpft: “Der absolute Abzockerverein. Habe ein Schreiben für eine Sache bekommen, die schon 8 Jahre zurück liegt und erledigt ist. Habe sofort dort angerufen und dass erste was die wollten waren interne Daten (Geburtsdatum, Ort, usw.). Als ich mich geweigert habe diese Daten preis zu geben. Wurde mit dem Satz: “Sie können mich mal, schönen Tag noch” einfach aufgelegt. Vorsichtshalber habe ich meinen Rechtsbeistand kontaktiert und der sagte ganz klar, dass es ein unseriöser Dienstleister sei, der Daten kauft und die Menschen, deren Daten erworben wurden, mit Drohschreiben bombadiert.” (wieder auf Gutefrage; Fettung durch den Blogger)

Hat diese mehrfach berichtete Behandlung System oder ist es möglicherweise Frust über einen schlechten Arbeitsplatz? So berichtet eine Arbeitgeberbewertung auf Kununu von einem sich ständig verschlechternden Betriebsklima, der Weigerung zu einem Haustarifvertrag, schlechter Arbeitsplatzausstattung und Zukunftsängsten seit der Übernahme des einstigen Familienunternehmens durch einen Investorkonzern (GFKL). Nun habe ich Euch mitgenommen auf eine kleine, erstaunliches zu Tage fördernde Reise durch das Social Web, die ihren Ausgangspunkt in einem kleinen, wenig beachteten Video auf Youtube nahm. Und die Moral von der Geschicht’? Wer suchet, der findet.

Kommentar

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Autor

Mirko Strauchmann
Mirko Strauchmann
...gräbt und wühlt am liebsten in den Tiefen des Internet. Klar, schließlich hat er Geschichte und Archäologie studiert. Und die Germanistik lässt er als Reputation Blogger sprechen. Darum analysiert der Musikliebhaber, der bei jedem Wetter mit Rad zur Arbeit fährt, bei New Communication als Reputation und Research Agent, was die Leute so im Netz über Marken schreiben oder was die Marktforschung hergibt.
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