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06.11.2012

SEO, Strategie, Wie man es nicht macht

Bettina Wulffs Pyrrhussieg – und was Unternehmen daraus lernen können

Google macht wie erwartet nur das Unvermeidliche: Die Mutter aller Suchmaschinen entfernt lediglich acht Links zu Beiträgen mit nachweislich falschen Tatsachenbehauptungen. Aus Sicht von Bettina Wulff geht dies jedoch am Kern des Problems vorbei. Denn das sich selbst erhaltende Gerücht über ihre Vergangenheit nährt sich gerade nicht aus Tatsachenbehauptungen, sondern aus Spekulationen. Und aus Vorschlägen, die Google selbst für die Suche macht (Google Suggest).

Googles Argumentation war vorhersehbar, ist jedoch widersprüchlich. Es heißt, Google Suggest spiegele nur das Suchverhalten der Nutzer wider. Schaut man sich das Suchverhalten in den letzten Wochen mit Google Trends näher an, so zeigt sich, dass z.B. die Suchworte „Escort“ oder „Prostituierte“ gar nicht mehr zu den beliebtesten Kombinationen gehören:

Googelt man jedoch heute „Bettina Wulff“, schlägt die Suchmaschine weiterhin genau diese Worte vor:

Gegenüber Einzelpersonen und mittelständischen Unternehmen sitzt Google aber immer am längeren Hebel. Rechtstreitigkeiten kosten viel Geld, Zeit und haben einen ungewissen Ausgang. Hier sind meines Erachtens Aufsichtsbehörden und Politik gefragt. Betroffenen Unternehmen rate ich zu einem pragmatischeren Umgang mit dem Problem:

1. Schaffen Sie ein mediales Gegengewicht zu den Gerüchten
2. Haben Sie Geduld

    Wenn sich das Suchverhalten der Massen ändert, ändern sich in der Regel auch die Vorschläge von Google Suggest. Mit rein technischen Mitteln lässt sich nur sehr behutsam etwas ausrichten. Intelligente Kampagnen, die darauf abzielen Suchanfragen zu generieren, können recht schnell Wirkung zeigen. In jedem Fall kostet der Kampf gegen die virtuellen Gerüchte Geld.

    Manchmal ist auch Abwarten eine probate Strategie. Im Falle von Frau Wulff war das Interesse tatsächlich schon längst abgeklungen (Screenshot 1). Jede weitere Meldung zu dem Thema kann das Interesse aber potenziell wieder anfachen – und somit auch in den Suchmaschinen-Indizes aktuell halten (ein digitaler Streisand-Effekt).

    Kommentar

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    Autor

    Hans-Joachim Gras
    Hans-Joachim Gras
    Hans-Joachim Gras ist studierter Betriebswirt und Wirtschaftsinformatiker sowie Autor der Studienreihe „Wie Filialisten im Internet bewertet werden“. Im Reputation Control Team ist er verantwortlich für KPI-Entwicklung, strategische Handlungsempfehlungen sowie die Auswahl der geeigneten Tools. Gleichzeitig ist er Moderator der XING-Gruppe „Reputation“ und Referent auf Fachkongressen und Symposien. Bevor Gras 2009 die Position als Berater für Reputation Control bei New Communication übernahm, war er langjähriger Geschäftsführer der buchner documentation gmbh, die er 1998 mit gründete.
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