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29.04.2013

Risikomanagement, Technologie & Tools

Marken angreifen und schützen mit Facebook Graph Search

Über die generellen Auswirkungen der Facebook Graph Search auf das Online-Reputation-Management habe ich ja bereits kürzlich räsoniert. Seit einigen Tagen darf auch ich die neue Suche testen und ich muss sagen: Das ist beeindruckend. Die umfangreich kombinierbaren Suchoptionen und die pinteresteske Darstellung der Ergebnisse machen die Graph Search zu einem mächtigen Tool. Für Stalker, Hater, Trolle und Journalisten.

Denn mit diesem codegewordenen Albtraum eines Datenschützers lassen sich einzelne verstreute Daten so leicht zu neuen Informationen zusammensetzen, dass es Wettbewerber oder Hater einer Marke förmlich zum Schnüffeln einlädt.

Beispiel 1: Nazis als Fans?

Mit einer einfachen Suche wie “Pages liked by people who like NPD and live in Berlin, Germany” finden sich alle Seiten, die Berliner NPD-Sympathisanten gefallen. Darunter sind Marken, denen das missfallen dürfte. Mit diesem Prinzip lassen sich Marken über fragwürdige Fans diskreditieren.

Beispiel 2: Mitarbeiter mögen die Konkurrenz?

Sucht man z.B. nach “Pages that current Mercedes Benz employees like” finden sich mit Audi, Volkswagen und Porsche direkte Konkurrenten. An sich nichts Schlimmes, aber böswillig aus dem Zusammenhang gerissen kann das schon problematisch werden. Man denke beispielsweise an eine Kampagne, bei der ein Anbieter betont, wie leidenschaftlich alle Mitarbeiter bei der Sache sind und wie viel Herzblut in Produkten oder Dienstleistung steckt. Das ließe sich mit solchen Graph-Search-Ergebnissen leicht demontieren.

Sprecher, aufpassen!

Ob und in welchem Rahmen Arbeitgeber Einfluss auf private Social-Media-Aktivitäten Ihrer Mitarbeiter nehmen sollten, ist eine spannende und zum Teil auch juristische Frage, auf die ich hier gar nicht näher eingehen möchte (Interessierte finden hier einen guten Einstieg).

Mir geht es um die Sensibilisierung der Unternehmenskommunikatoren und Sprecher. Sie müssen die Flanken kennen, die ein potenzieller Angreifer nutzen kann. Überlegen Sie sich, welche Fragen mit peinlichen Antworten es für Ihr Unternehmen geben kann und prüfen Sie diese regelmäßig ab. Den generellen Trend, dass Mitarbeiter-Profile immer mehr Chancen und Risiken für Unternehmen bringen, werden Sie nicht ändern. Aber Sie können die Risiken kennen und sich kommunikativ darauf vorbereiten.

Tool für Krisen-PR

Auch dabei kann Graph Search übrigens helfen. Schauen Sie sich potenzielle Kontrahenten genau an. So liefert die einfache Suche “Pages that current Greenpeace employees like” Ergebnisse wir Nestlé, Mercedes Benz, Audi, Ferrari und sogar Shell. Im Falle einer Kampagne gegen eins dieser Unternehmen, könnte eine (zugegebenermaßen nicht ganz feine) Antwort-Taktik sein, im Einzelfall einzulenken, aber generelle Kritik emotional mit dem Hinweis “Ihr mögt uns doch – so schlecht können wir nicht sein!” entschärfen.

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29.04.2013

Facebook Graph Search: Kartei-Liken oder echte Chance für ORM? « Reputation Management Blog

[...] Siehe auch: Marken angreifen und schützen mit Facebook Graph Search [...]

Autor

Hans-Joachim Gras
Hans-Joachim Gras
Hans-Joachim Gras ist studierter Betriebswirt und Wirtschaftsinformatiker sowie Autor der Studienreihe „Wie Filialisten im Internet bewertet werden“. Im Reputation Control Team ist er verantwortlich für KPI-Entwicklung, strategische Handlungsempfehlungen sowie die Auswahl der geeigneten Tools. Gleichzeitig ist er Moderator der XING-Gruppe „Reputation“ und Referent auf Fachkongressen und Symposien. Bevor Gras 2009 die Position als Berater für Reputation Control bei New Communication übernahm, war er langjähriger Geschäftsführer der buchner documentation gmbh, die er 1998 mit gründete.
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