Reputation Blogger

Satellit
REPUTATIONBLOGGER

Seiteninhalt

29.10.2013

Corporate Responsibility, Reputation als Arbeitgeber

Nicht nur das Geld zählt

Es ist Fachkräftemangel. Monetäre Anreize werden allerdings nicht gesetzt. Passt das zusammen?

Reputation Management Blog

Eigene Grafik auf Daten der Uni Bamberg

Frisch veröffentlicht ist eine Gehaltsstudie von Personalmarkt und der Computerwoche. Es geht um die Gehälter der einen Fachkräftemangel beklagenden IT-Branche. Sie zeigt: trotz vieler offener Stellen und vergleichsweise wenigen Bewerbern sind die Gehälter nur um durchschnittlich ein Prozent gestiegen. Es gab also nicht einmal einen Inflationsausgleich. Das verwundert. Bestimmen doch nach kapitalistischer Doktrin Angebot und Nachfrage den Preis einer Ware. Es sei denn, die nominellen Anforderungen werden künstlich so hoch geschraubt, dass man den angeblich-so-lala-Bewerber mit vergleichsweise geringem Gehalt abspeisen kann. Aber das möchte ich jetzt nicht unterstellen.

Der Artikel liefert auch gleich eine mögliche Erklärung: Wunscharbeitsplatz und Topgehalt sind nicht immer beim selben Arbeitgeber zu finden. Denn, so wird gesagt, ITler seien eher an einem Arbeitsplatz ganz nach ihrem Gusto interessiert. Haben sie den erst einmal, geben sie den nicht für etwas mehr Geld auf. Bei einem Arbeitgeber, der ihnen möglicherweise nur einen Naja-Job bietet. Auch das verschweigt der Artikel nicht: Bewerber informieren sich heute eingehend über Arbeitgeber. Die Angebote existieren u.a. mit Kununu, wo ein Wechselwilliger (oder auch Einsteiger) sich über verschiedenste Facetten eines Unternehmens als Arbeitgeber schlau machen kann.

Das kann gerade in Zeiten, in denen es kein Überangebot an Stellensuchenden gibt, ein KO-Kriterium für manch einen sein. Wer also Wert auf hochqualifizierte Arbeitskräfte legt oder besser gesagt auf diese angewiesen ist, der sollte tunlichst sein Arbeitgeberimage optimieren. Beispielsweise ein möglichst gutes Betriebs- und Arbeitsklima fördern. Eine ausgewogene Work-Life-Balance bieten. Für ideale Arbeitsbedingungen sorgen. Am Vorgesetztenverhalten und der internen Kommunikation arbeiten. Weiterbildung als festen Bestandteil ausbauen. Kurzum: Die Punkte, die einem Arbeitnehmer neben Geld und Aufgaben wichtig sind, als genauso wichtig ansehen. Also daran arbeiten, den Wunscharbeitsplatz anbieten zu können – das Gesamtpaket muss stimmen. Dies sind laut Studien der Uni Bamberg (Recruitingtrends 2013) und Universum (Student Survey 2013) sehr wichtige Aspekte für die Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber.

Natürlich entsteht ein positives Arbeitgeberimage nicht einfach so. Es gilt, die Mitarbeiter zu motivieren, ihre Bewertung abzugeben. Sich auch abseits von Arbeitgeberplattformen entsprechend über den Brötchengeber zu äußern. Auch PR kann ihre Dienste zur Verbesserung leisten, wenn es Verbesserungen zu berichten gibt. Auch öffentlichkeitswirksame Aktionen (z.B. im Rahmen von Corporate Volunteering) können hilfreich sein.

Aber um nochmal auf die ITler zurückzukommen: Dass die Gehaltszuwächse nur gering ausgefallen sind, hat auch noch einen anderen Grund: IT-Fach- und insbesondere Führungskräfte gehören eh schon zu den Gut- bis Top-Verdienern. In den letzten Jahren gab es kräftige Gehaltserhöhungen. Nun ist auch mal Schluss damit. Stagnation auf hohem Niveau also. Aber die Meldung war ein prima Anlass, die Wichtigkeit des Employer Branding ins Gedächtnis zurückzurufen.

Kommentar

*

Autor

Mirko Strauchmann
Mirko Strauchmann
...gräbt und wühlt am liebsten in den Tiefen des Internet. Klar, schließlich hat er Geschichte und Archäologie studiert. Und die Germanistik lässt er als Reputation Blogger sprechen. Darum analysiert der Musikliebhaber, der bei jedem Wetter mit Rad zur Arbeit fährt, bei New Communication als Reputation und Research Agent, was die Leute so im Netz über Marken schreiben oder was die Marktforschung hergibt.
Per E-Mail Kontakt aufnehmen