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28.01.2014

Studien

Reputationsschnipsel: Vergleichstest Hotelbewertungsportale

Hotelbewertungsportale sind Urlaubswilligen eine beliebte Informationsquelle. Auch wenn man Gefahr läuft, auf eine der vielen Fakebewertungen hereinzufallen. Zeit für die Zeitschrift “Reise und Preise“, in ihrer (Print-)Ausgabe 1/2014 nach fünf Jahren wieder einen Test von Hotelbewertungsportalen durchzuführen. Getestet wurden acht Portale mit Ergebnissen zwischen “sehr gut” und “mangelhaft”. Als Sieger geht Holidaycheck.de aus dem Vergleich hervor.

Vergleichstest Reise und Preise

 

Die Kriterien, die zum Testsieg geführt haben: Ein großer Bewertungspool mit vielen Hotels, aktuelle, ausführliche Bewertungen, viele Bilder – und die für den Test verfasste Fakebewertung wurde von Software und Redaktion des Portals als das erkannt, was sie ist: eine Fälschung. Das gelang auch anderen wie Zoover, Trivago oder Hotelkritiken.de. Die allerdings bei weitem keine so üppige Datenbasis aufweisen können, auch bei der Aktualität hapert es mitunter. Tripadvisor kann auf eine riesige Datenbasis zurückgreifen, allerdings hat es die – nach Aussage von Reise und Preise – mit Katalogformulierungen gespickte Fakebewertung nicht erkannt, was misstrauisch stimmt. Dennoch ist Tripadvisor mit der Note “gut” Zweiter geworden.

All diesen Portalen gemeinsam ist, dass man sich nur registrieren muss, um eine Bewertung absondern zu dürfen. Ein anderes Konzept verfolgt der Datenbankbetreiber Traveltainment, der auf verschiedenen Buchungsseiten anwesend ist: Bewerten kann nur derjenige, der dies nach seiner Reise mittels der an ihn verschickten Feedback-Mail tut. Auf diese Weise können nur “echte” Urlauber bewerten. Den Wahrheitsgehalt der Rezensionen außer Acht gelassen (Stichwort Rachbewertung oder pure Meckerei), sind Fakes so unmöglich. Allerdings ist die Datenbasis schmaler als bei den großen Konkurrenten.

Darin offenbart sich ein Scheideweg: lieber größtmögliche Authentizität und Glaubwürdigkeit oder möglichst große Datenbasis mit der Gefahr von bis zu 30 % Fakes? Eine weitere Schwäche des Traveltainment-Konzepts deckt der Test auch auf: durch die Fixierung auf Buchungsseiten werden fast ausschließlich Pauschalangebote bewertet. Da fällt manche Zielgruppe durchs Raster. Schwächen zeigen aber auch andere: Tripadvisor beispielsweise kann zwar mit 125 Millionen Bewertungen punkten, doch schon der Fake-Test stimmt nachdenklich. Auch kommt diese Menge dadurch zustande, dass Bewertungen aus vielen Ländern gesammelt werden. So finden sich dort viele – schlecht übersetzte, wie das Magazin betont – amerikanische Bewertungen. Und die hegen mitunter andere Präferenzen als Deutsche.

Mein Fazit nach der Lektüre des Tests: Holidaycheck ist grundsätzlich das empfehlenswerteste Angebot (Vorteile siehe oben). Pauschalurlauber, die auf Nummer sicher gehen wollen, könnten auch Traveltainment bevorzugen. Wer richtig viele Bewertungen will, der ist bei Tripadvisor und Trivago gut aufgehoben – mit der für Tripadvisor bereits beschrieben Einschränkung. Trivago dagegen aggregiert hauptsächlich Bewertungen von anderen Portalen und legt einen klaren Schwerpunkt auf Buchungen. Ebenfalls eingeschränkt empfehlenswert ist demnach Zoover, wo nur wenige Details geliefert werden und auch die Aktualität nicht optimal ist. Nicht empfehlenswert dagegen wären Hotelkritiken.de, Votello und Travel and Guide. Allen mangelt es an Aktualität, bis auf bei Votello werden nur wenige Hotels dargestellt. Immerhin wird bei Hotelkritiken.de im Gegensatz zu den beiden anderen jede neue Bewertung geprüft. Votello schließlich reagierte nicht einmal auf Nachfragen, so dass die Redaktion nicht klären konnte, ob das Portal überhaupt noch betreut wird. Grundsätzlich ist aber auch der User gefordert: ein bisschen Quellenkritik kann hilfreich sein. Z.B. wenn ein böser Verriss von purer Lobhudelei gefolgt wird. Dann sollte man misstrauisch werden.

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Autor

Mirko Strauchmann
Mirko Strauchmann
...gräbt und wühlt am liebsten in den Tiefen des Internet. Klar, schließlich hat er Geschichte und Archäologie studiert. Und die Germanistik lässt er als Reputation Blogger sprechen. Darum analysiert der Musikliebhaber, der bei jedem Wetter mit Rad zur Arbeit fährt, bei New Communication als Reputation und Research Agent, was die Leute so im Netz über Marken schreiben oder was die Marktforschung hergibt.
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